Warum eigentlich „Hundertwasser“ ?

Friedensreich Hundertwasser, geb. am 15.Dezember 1928 in Wien, aufgewachsen mit seiner alleinstehenden Mutter, verfolgte künstlerisch kontinuierlich seinen Weg und wurde ein über die Grenzen Österreichs hinaus bekannter bildender Künstler, der vor allem durch die Farbigkeit,  Allgemeinverständlichkeit und Universalität seiner Bildsprache große Popularität erlangte. 
Neben der Erstellung seines umfangreichen Werkes an Gemälden und Druckgraphiken kämpfte Hundertwasser leidenschaftlich für ein Leben und Wohnen in Harmonie mit der Natur und in Sinne “menschenwürdiger“ und individueller Selbstbestimmung, was sich unter anderem in einer Vielzahl architektonischer Gestaltungen ausdrückte  (Wohnhäuser gehören ebenso dazu wie Schulen, Kindertagesstätten, aber auch eine Autobahnraststätte, eine Kapelle…).
Hundertwasser starb im Alter von 71 Jahren im Februar 2000 an Bord eines Schiffes vor Neuseeland.
Aufmerksam wurden wir auf den Künstler als Namenspatron für die „Förderschule des Kreises Gütersloh für die Stadt Gütersloh“ (so hieß die Schule bislang noch) durch Aussagen von und über Hundertwasser wie auch Abbildungen seiner Person, seiner Bilder, seiner Formensprache, „seiner“ Häuser.
Hundertwasser „ öffnete die Kunst für die Herzen, für die ursprünglichen Bedürfnisse der Menschen, sprach und spricht die Menschen in ihren Ängsten, aber vor allem in ihren Träumen und Hoffnungen an“ (G. Friedrich in : Hundertwasser, Gebt den Menschen die Häuser zurück).
Genau das, dieses Sich-Angesprochen-Fühlen von der intensiven Farbigkeit und den elementaren organischen Formen, sollen Kinder und Erwachsene an dieser Schule tagtäglich sehen, erfahren, erleben :
eine bewusst gestaltete Lernumgebung, eine Schule (Haus und Gelände) als Lebensraum , der „ voll ist von glücklichen“ Räumen, die notwendig sind, um die Kinderseele zu erfreuen und zu fördern, voll von intensiven Erlebnissen und einer Unendlichkeit an sensitiven Teilen, die Zeit haben, Zeit geben und schenken, die Individualität und die persönliche Entwicklung zu fördern und so die Identität des Kindes verstärken“ (E. Warlamis, S.136 in : Warlamis, Geheimnis Hundertwasser, 2001).
Die Motivation unsere Förderschule nach Friedensreich Hundertwasser zu benennen, liegt also darin begründet, dass wir in der Affinität zu Leben und Wirken des Künstlers anschauliche, kreative und heilsame Merkmale sehen, die wir im Zusammenleben und –arbeiten mit emotional und sozial auffälligen Kindern prozesshaft immer wieder aufgreifen möchten:  inhaltlich- lebensanschaulich, kunst- vermittelnd und baulich- lebensraumgestaltend.