Hundertwasser-Schule 2012

Lieske und Stieghorst
Ein humorvoller Dialog aus dem Jahr 2007 zum Thema Hundertwasser-Schule 2012 zwischen Siegfried Lieske und Hartmut Stieghorst, der an Kienzle und Hauser denken lässt :


Herr Stieghorst:Also Siegfried, das Kollegium der Hundertwasser-Schule hat in den ersten 5 Jahren ganz schön was auf die Beine gestellt. 

Herr Lieske: Alles junge Leute, hoch motiviert, gut geführt! 

Herr Stieghorst: Die „Selbständige Schule“ hat hier natürlich auch deutliche Spuren hinterlassen. 

Herr Lieske: Das war ein Projekt mit Hand und Fuß. Vieles gilt Gott sei Dank jetzt für alle Schulen. 

Herr Stieghorst: Die  „Hundertwässer“ haben natürlich auch Glück mit ihrem Schulträger. 

Herr Lieske: Die Stadt Gütersloh weiß, was sie will, hat Visionen und nimmt auch noch Geld in die Hand! 

Herr Stieghorst: Ja, hier kommt ein stimmiges Konzept mit sozialräumlichem Bezug auf den Weg. 

Herr Lieske: Und die Sonderpädagogik hat hier in fast allen Schulformen ihren Platz. 

Herr Stieghorst: Über die Förderschulen hört man so allerhand. Die Grünen wollen offenbar überhaupt keine Förderschulen mehr- alles  soll über Integration laufen. Ich zitiere aus einem Pressefrühstück von Frau Schumann und Frau Beer am 25.07.2007: „Untersuchungen belegen, dass die Struktur der Förderschulen in unserem Schulsystem zusätzlich benachteiligend wirkt und die erhofften Fördereffekte nicht eintreten.“ 

Herr Lieske: Wenn es so wäre, müssten wir etwas tun! Kritik kann als Ansporn wirken! Außerdem tut sich ja Konzeptionelles. 

Herr Stieghorst: Du meinst den Antrag von CDU / FDP (9/06) „Die sonderpädagogische Förderung – ein Konzept das trägt.“ 

Herr Lieske: Das Stichwort ist „Sonderpädagogisches Kompetenzzentrum“ mit zusammengeführten Kompetenzen ... 

Herr Stieghorst: ... Kompetenzen aus Förderschulen. 

Herr Lieske: ... Kompetenzen aus allgemeinen Schulen. 

Herr Stieghorst: ... Kompetenzen anderer Dienste. 

Herr Lieske: z. B. der Jugendhilfe 

Herr Stieghorst: Ist ja eigentlich auch logisch. Es geht immer um dasselbe Kind

Herr Lieske: Kein Hü hier und kein Hott da mehr. 

Herr Stieghorst: Und das Kompetenzzentrum arbeitet dann für die Schüler aller Schulen eines Einzugsbereichs

Herr Lieske: an den Förderschulen. 

Herr Stieghorst: an den Grundschulen.

Herr Lieske: an der Hauptschule. 

Herr Stieghorst: an der Realschule. 

Herr Lieske: am Gymnasium. 

Herr Stieghorst: an der Gesamtschule. 

Herr Lieske: Das läuft auf eine ganzheitliche individuelle Förderung im besten Sinne hinaus. 

Herr Stieghorst: Förderung im Paket! 

Herr Lieske: Hier in Gütersloh arbeiten seit Beginn des Schuljahres Ressourcen von Land und Kommunen zusammen. 

Herr Stieghorst: Förderung wird besser. 

Herr Lieske: Und wahrscheinlich wird es für die Stadt sogar Einsparungen geben. Mit Vereinbarung über Wirksamkeitsprüfung. 

Herr Stieghorst: Genial! Aber sag mal, wie kürzt man Kompetenzzentrum eigentlich ab? Ich meine, weil wir doch inzwischen alles abkürzen. 

Herr Lieske: K ... ZZZ! Stopp! 

Herr Stieghorst: KoZe, KoZe das würde vielleicht gehen. 

Herr Lieske: Ko ... äh ... KoZe. Meinst du, das wäre eine wirklich gute Idee? 

Herr Stieghorst: Na ja, ich glaube darüber lohnt es sich noch mal nachzudenken. 

Herr Lieske: Ja, lass uns noch einmal über die Hundertwasser-Schule reden. Die Vereinbarung von Schule und Jugendhilfe. 

Herr Stieghorst: Das wäre noch nicht das, was das Kompetenzzentrum will. 

Herr Lieske: Aber ein großer Schritt in die Richtung. 

Herr Stieghorst: Und die Lehrer der Hundertwasser-Schule arbeiten auch schon mit Kindern in allgemeinen Schulen.

Herr Lieske: Denken wir da noch mal zusammen! 

Herr Stieghorst: Ja. Und dann denken wir noch weiter. Weißt du was? Das hört sich stark nach „Inklusion“ an. 

Herr Lieske: Du meinst, allgemeine Schulen sollten noch besser als bisher auf Förderbedarfe von Kindern eingehen lernen. 

Herr Stieghorst: Mit Hilfe des Kompetenzzentrums. Sie diagnostizieren und fördern vor Ort. 

Herr Lieske: Hartmut, ich verrate dir was: Je besser die allgemeinen Schulen die individuellen Lernwege der Kinder erkennen und begleiten können ... 

Herr Stieghorst: ... um so mehr Fördernotwendigkeiten werden bei Kindern offenbar

Herr Lieske: Offenbar! 

Herr Stieghorst: Dann müssen die allgemeinen Schulen aber dazulernen. 

Herr Lieske: Offenbar! Aber Förderschulen auch, insbesondere dann, wenn sie Kompetenzzentren sind. 

Herr Stieghorst: Sie sollen also helfen, dass allgemeine Schulen fitter werden, Kinder bei sich zu fördern? 

Herr Lieske: Offenbar! Nicht Kinder für die Schule fit machen, sondern Schule für die Kinder. Das kann zur inklusiven Schule führen. 

Herr Stieghorst: Ich habe das mal nachgelesen „Inklusive“. Nicht zu verwechseln mit „Implosion“ – das ist das beim Fernseher. Im „Georges“ – im lateinisch-deutschen Handwörterbuch steht dazu: inclusio, inclusionis, femininum, gehörig zur konsonantischen Deklination mit n-Stamm – zu deutsch: „Einschließung“. 

Herr Lieske: Das weckt bei mit eigenartige Assoziationen ... 

Herr Stieghorst: Nein, so nicht! 

Herr Lieske: Aber dahinter steckt doch, dass jede Schule für die Kinder verantwortlich ist, die in der Klasse sitzen. 

Herr Stieghorst: Das geht? 

Herr Lieske: Das geht, wenn alle personellen und sächlichen Ressourcen und alle didaktisch-methodischen Überlegungen auf das zu fördernde Kind fokussiert und den gesamten Vorgang prozess- und produktorientiert evaluiert.
 

Herr Stieghorst: Alles klar? Natürlich nicht alles klar. Aber wir müssen das mit den Kompetenzzentrum mal ausprobieren! 

ZUSAMMEN: Denn: Kein Kind darf verloren gehen!